Seeheim-Jugenheim

Einstieg geschafft

Jobpatin Monika Langer half Marcel Ammari

 

einstieg_geschafft

Marcel Ammari (rechts) und seine Jobpatin Monika Langer (links) bei seinem Chef,
wo er jetzt Zierpflanzengärtner lernt.                                                    Foto: Archiv

 

Seeheim/Bensheim (red). Marcel Ammari hat es geschafft. Bis 2008 ist er auf die Dahrsbergschule im Schuldorf Bergstraße gegangen, eine eigenständige Förderschule für Lernhilfe. Die Klassenlehrerin riet ihm, für das letzte Schuljahr auf eine andere Schule zu wechseln, was ihn Mut und Überwindung kostete. Jobpatin Monika Langer aus Seeheim baute ihn so weit auf, dass er den Hauptschulabschluss an der Schillerschule in Bensheim schaffte. Gern hätte er auch einen Realschulabschluss gemacht, aber seine Pflichtschulzeit war erfüllt. So unbequem die Schulzeit für viele Schüler erscheint, so bietet sie doch einen Halt. „Der Gedanke, dass danach etwas Neues kommt, wird oft bis auf den letzten Drücker verdrängt", erklärt Monika Langer. „Trotzdem muss es nach der Pflichtschulzeit weitergehen, viele tun sich damit schwer und fragen sich: Wo soll es hingehen? Welche Erwartungen muss ich erfüllen? Schaffe ich das?"

 

Seit 2006 gibt es die ehrenamtliche Initiative „Jobpaten Seeheim", fünf Frauen und ein Mann, die zusammen mit Lehrern Schüler auf dem Weg ins Berufsleben unterstützen. Es sind weder Eltern, noch Lehrer, somit sind sie neutral. Zusammen mit dem Schuldorf Bergstraße sind die Jobpaten speziell im Hauptschulzweig aktiv. Sie helfen, Praktikums- und Ausbildungsplätze zu finden, sich auf Bewerbungen vorzubereiten und stehen auch nach der Ausbildung ihren Paten zur Seite, ebenso den Betrieben, wenn es Probleme gibt. Eigentlich wollte Marcel Ammari Tierpfleger werden. Aber die Ausbildungsplätze sind rar gesät und die Bewerberzahlen hoch.

 

Und so entdeckte er im Rahmen eines Berufsvorbereitungsjahres den Zierpflanzengärtner in sich und machte mehrere Praktika. „Alle Betriebe waren sehr zufrieden mit ihm", erinnert sich Monika Langer. Aber ein Ausbildungsvertrag scheiterte stets an einer fehlenden Ausbildungsberechtigung. Im Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Bergstraße hat Marcel Ammari im September dann doch einen Ausbildungsplatz gefunden, der ihn jetzt sehr glücklich macht. ... Unterstützt werden die Jobpaten vom Netzwerk „Starkenburger Arbeitskreis Kirche und Wirtschaft" (st.ar.k.), von der „Evangelischen Kirche Hessen und Nassau" und vom „Unternehmerverband Südhessen e. V.". In den vergangenen elf Jahren ist es ihnen gelungen, rund 150 Jugendliche in eine Lehre zu vermitteln und während dieser Zeit zu begleiten. Wie Monika Langer miteilt, sind noch Kapazitäten frei.

 

Weitere Infos: www.netzwerkstark.de; Monika Langer, (06257) 868882

 

Quelle: „Der Bergsträßer" vom 17. November 2010

 

Die Jobpaten

 

Gruppenbild der Jobpaten Seeheim

Die Kernmannschaft der Jobpaten Seeheim-Jugenheim.
Von links nach rechts:
hintere Reihe: Günter Bender, Klaus Knoche, Kerstin Hassenzahl
vordere Reihe: Werner Selbmann, Monika Langer, Dr. Klaus Jansen
Auf dem Bild fehlt: Jana Weische.

 

Job-Paten Seeheim-Jugenheim

Seit Januar 2006 existieren die Job-Paten in Seeheim. In Kooperation mit dem Schuldorf Bergstraße sind dort Paten im Hauptschulzweig aktiv, um jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. In Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern sollen Jugendliche Unterstützung beim Übergang in den Beruf erfahren. Jobpaten sind Frauen und Männer jeden Alters, die mit ihren Erfahrungen den jungen Menschen zur Seite stehen, wenn es darum geht, den Schulabschluss zu erreichen, Praktikums- und Ausbildungsplätze zu finden, sich auf die Bewerbung schriftlich und mündlich vorzubereiten. Während der Ausbildung stehen sie im Hintergrund ihren „Patenkindern“ als Ansprechpartner auch bei persönlichen Problemen zur Seite und sind guter Freund und Berater.